, Solothurner Zeitung - Fatma Kammer-Karademir

Am Jungschwingertag steigen die «Mini-Bösen» in den Sägemehlring

Am Samstag fand an der HESO in Solothurn zum 8. Mal der Jungschwingertag statt. Er bot den Kleinen die Gelegenheit, ein erstes Mal in den Sägemehlring zu steigen.

Milde spätsommerliche Temperaturen begrüssen Sportler und Zuschauerinnen am 8. Jungschwingertag an der HESO. Zwei Sägemehlringe sind im Schanzengraben bereit für die Paarungen der rund 40 Jungschwinger und der 25 unter 8- jährigen Prinzenschwinger.

«Bis Sommer konnten die Wettkämpfe nicht vor den Zuschauern stattfinden. Umso schöner ist es, klappte es mit diesem Anlass, so dass Eltern, Grosseltern und Interessierte dabei sein können», sagt Manuel Nützi.

Der Veranstalter des Nachwuchsturniers gehört zum Organisationskomitee des Schwingzeltes, das normalerweise einen Stammplatz an der HESO hat. Dieses Jahr wurde das Zelt jedoch nicht aufgestellt. «Wir sind dankbar, durften wir den Jungschwingertag trotz unserem Fehlen an der HESO durchführen», zeigt sich Manuel Nützi erleichtert. Es sei eine gute Gelegenheit, den Sport einem breiten Publikum vorzustellen.

Dieses ist am Samstag zahlreich erschienen. Hier und da «hopp» oder «gut gemacht». Die Jungschwinger sind beinahe so abgebrüht wie ihre Vorbilder. So auch beim Abwischen des Sägemehls vom Rücken des unterlegenen Gegners.

Bevor die ganz Jungen, die Prinzenschwinger, an der Reihe sind, nimmt Leiter Urs Ziegler vom Schwingklub Solothurn seine grosse Gruppe zu sich und läuft aus dem Festgelände hinaus zum Park des Kunstmuseums. Dort bereitet er die Minis mental und mit Lockerungsübungen auf den Hosenlupf vor. «Was wollen wir heute?», fragt er die Kleinen rufend. Diese antworten schreiend «Gewinnen».

Kurz bevor es ernst wird, wird von Samuel Schwab, ebenfalls Leiter der Solothurner Prinzenschwinger, der eine oder andere Schnürsenkel gebunden. Vor den Kämpfen müssen Leiter und Richter helfen, die richtige Startposition einzunehmen. Die erste Paarung findet zwischen dem vierjährigen Curdin und David statt. Als Curdin am Boden liegt, wird der Punkt wegen fehlendem Griff nicht gezählt. Fast wie bei den Grossen lässt der Richter den Kampf weiterlaufen. «Attraktiver Schwingsport, der uns hier geboten wurde», kommentiert der Speaker Gabriel Probst, dessen Bruder Markus die Paarungen ansagt.

«Hast du gesehen? Ich habe gewonnen», schwärmt die sechsjährige Prinzenschwingerin Tarja Bieneck vom Schwingklub Solothurn. Kaum ist sie auf dem Sägemehl, gewinnt sie ihre erste Partie. Sie ist mit ihrem Vater und ihren drei Geschwistern, alle Schwinger, aus dem Baselbiet angereist. Ihr Bruder Andrin und die Schwester Ronja starten bei den Jungschwingern. «Es ist eine spezielle Atmosphäre», kommentiert Vater Sven Bieneck, «durch das Fehlen der Tribüne scheint der Anlass kleiner als in den letzten Jahren.» Das Programm hätte wegen des späteren Einlasses auf das Festgelände, aufgrund der Zertifikatskontrollen, verkürzt werden müssen, so die Organisatoren. Dadurch hätten sich rund 20 Teilnehmende weniger angemeldet.

Der Stimmung kann dieser Umstand nicht viel anhaben. Gespannt wird dem Treiben auf dem Sägemehl zugeschaut, gejubelt, Tränen getrocknet und ausgelassen gefeiert.